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Bronchiektasen: Diagnose

 

Bronchiektasen

Definition

Chronische Atemwegserkrankung mit sackförmiger oder zylindrischer Erweiterung der Bronchien (meist basal), die entweder fokal einen Lungenlappen betreffen können oder diffus mit Bronchiektasen in beiden Lungenflügeln sind.

Ätiologie

Angeboren

Folge einer gestörten Differenzierung der Alveolen, sodass die Bronchien in Blindsäcken enden. Meist sind mehrere Lungenlappen, selten beide Lungen insgesamt betroffen.

 

Mehrere angeborene Erkrankungen können zu Bronchiektasen führen:

  • primäre Ziliendyskinesie
  • zystische Fibrose
  • A- bzw. Hypogammaglobulinämien
  • Kartagener-Syndrom (Trias aus Situs inversus, Bronchiektasen, Hypo- oder Aplasie der Nasennebenhöhlen) 
    Sämtliche Konditionen begünstigen durch rezidivierende bronchopulmonale Infektionen das Entstehen von Bronchiektasen.
Erworben

Am häufigsten nach Infektionskrankheiten (Masern, Keuchhusten), poststenotischen Entzündungen bei Fremdkörperaspiration, Tumoren und Bronchustuberkulose sowie bei o.g. angeborenen Erkrankungen.

Eine weitere Form von Bronchiektasen sind sog. Traktionsbronchiektasen, die durch Narbenzug bei fibrosierenden Lungenerkrankungen zur Bronchienerweiterung führen.

Häufigkeit

Durch Impfungen, Antibiotikatherapie, Rückgang der Tuberkulose und adäquater Bronchialtoilette bei begünstigenden Grunderkrankungen sind schwere Formen der Bronchiektasen seltener geworden.

Symptome

  • rezidivierende Atemwegsinfekte seit der Kindheit
  • Husten und eitriger, manchmal hämorrhagischer Auswurf
  • grobblasige Rasselgeräusche, meist über den Lungenunterfeldern
  • gelegentlich Trommelschlegelfinger

Zyanose und Belastungsdyspnoe sind Spätfolgen.

Diagnostik

Thoraxaufnahme

Ein unauffälliges Röntgenbild schließt Bronchiektasen nicht aus! Im Leerbild können verdickte Bronchialwände als "Doppelgleisschatten" abgebildet sein. In Schichtaufnahmen Ringfiguren mit Flüssigkeitsspiegeln. Vermehrte retikuläre Zeichnung bei peribronchialer Fibrose

HR-Computertomographie

Methode der Wahl zur Beurteilung der Lokalisation und Ausprägung (wichtig sowohl für die konservative wie auch für die operative Behandlung)

Fiberglasbronchoskopie

Zur Bronchiallavage bzw. Erregerdiagnostik (Sekret wird abgesaugt und bakteriologisch untersucht). Bei poststenotischen Bronchiektasen kann die bioptische Gewebsprobenentnahme zur Klärung der Ursache beitragen (Fremdkörper, Tumoren, narbige Stenosen)

Bronchographie

Diese früher gebräuchliche Methode wurde von der Computertomographie abgelöst und ist heute als historisch zu bezeichnen

 

bronchiektasen.jpg

Komplikationen

Die wichtigste Komplikation ist die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD). Lungenfunktionsprüfungen zur Verlaufsbeurteilung sind erforderlich, damit die Atemwegsobstruktion frühzeitig erfasst und behandelt werden kann.

Prognose

Abhängig von Ausdehnung und Schweregrad der Bronchiektasen und von der Qualität der Behandlung.

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Letztes Update:2 März, 2009 - 12:42